Winterzeit

  • Hallo in die Runde,

    der Winter geht langsam zu Ende und ich musste bei mir leider einige Mängel feststellen.

    an den Skimmern und leider auch an den oberen Einlaufdüsen hat sich das TopCoat vom Zementmörtel gelöst. Hat vielleicht einer eine Idee, wie ich das abstellen könnte. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen bei Feuchtigkeit und Frost abhängig vom Material (Kunststoff - Einbauteile und Zementmörtel - Beschichtung) lässt auf eine Undichtigkeit an den Übergängen vermuten. Wäre Silikon eine Option, diese Übergänge zu schließen?

    Grundsätzlich wurde die komplette Beschichtung vor dem Auftragen des Topcoat mit Haftgrund bearbeitet.


    Vielen Dank im Voraus für eure Informationen.


    Gruß Fritze

  • Fotos sind wichtig um das Problem genauer zu analysieren. Das sich das Topcoat vom Mörtel löst ist kaum vorstellbar. Ich kann bei mir auch nach starkem Frost keine Schäden erkennen. Bei den Kunststoffteilen ist es denkbar. Sprichst du von dem Topcoat als solches oder von einem besandeten Topcoat. Hast du unseren Feinsand benutzt, oder anderen Sand?

    Silikon ist ein Trennmittel. Darauf haftet nichts mehr. Davon würde ich abraten.

  • Guten Morgen,

    ich habe die Bilder ins Album Winterzeit abgelegt.

    Es haben sich an der Wassergrenze Beulen gebildet, die zum Teil auch schon Risse haben. Am Skimmer habe ich mir das schon näher ansehen können. Beim Abklopfen hört man, das sich auf der Fläche das Topcoat Richtung Skimmerdeckel abgelöst hat.


    Zur Silikonfrage hatte ich überlegt, nach Beendigung der Beschichtung den Übergang damit abzudichten. Das Silikon sollte nicht, aus bekannten Gründen, als Untergrundabdichtung dienen.


    Gruß Fritze

  • Ich bin gestern nochmal um den Teich gegangen und habe mir die Beschichtung näher angeschaut. An zwei Stellen sind Haarrisse sichtbar. Haarriss in der Mörtelbeschichtung

    Beim kleinen Teich mit Felsanbau hat sich die Beschichtung an einer Stelle gelöst und beginnt aufzuplatzen. An zwei weiteren Stellen konnte ich durch klopfen feststellen dass sich die Besandung ebenfalls löst , was aber von außen nicht sichtbar ist. Klingt aber hohl und ist leicht beweglich. Besandung hat sich gelöst .

    Entlang der Wasserlinie konnte ich nichts feststellen.

    Was könnte der Grund sein? Da im letzten Jahr keinerlei Schäden aufgetreten sind, sehe ich eine mögliche Ursache in den starken Temperaturschwankungen durch den plötzlichen Wintereinbruch im Februar. Wir hatten innerhalb einer Woche einen Wechsel von -18° auf +20°. Aber- alle anderen Bauten wie die Felswand, Mauer, Finca die ebenfalls mit Topcoat besandet sind, zeigen keine Veränderung. Man kann das reparieren, indem man die losen Besandungsteile löst und und die Stellen neu besandet. Aber Ziel ist es, solche Schäden in Zukunft möglichst zu vermeiden.

    Es ist leider nicht möglich trotz umfangreicher Tests alle Eventualitäten vorauszusehen. Selbst Stresstests von der Gefriertruhe direkt in den Backofen hatten die Musterstücke gut überstanden. Auch im Freiland hatten meine eigenen Bauten bis zu diesem Jahr keine Fehler aufgezeigt.

    Deshalb jetzt eine bisschen Ursachenforschung:

    Die Risse an dem Skimmermaul sind klar in der unterschiedlichen thermischen Materialausdehnung begründet. Hier würde ich den Riss entweder bewusst auf einen Trennfuge erweitern, oder den Übergang mit einem dehnbaren Material schließen. Ich habe selber keine Erfahrung mit Silikon, sollte aber gehen.

    Die abgeplatzten Stellen befinden sich in der Höhe der Wasserlinie. Hier ist die thermische Beanspruchung durch den warm-kalt Unterschied von Sonneneinstrahlung und Eisdecke am größten. Soweit die Logik. Warum sich meine Schadstellen aber nicht in diesem Bereich, sondern weiter ausserhalb befinden entzieht sich meinem Verständnis.

    Ein Unterschied ist auch die Oberfläche. Mir kam es darauf an, eine Kunstfels ähnliche Optik zu schaffen, die durch die Verwitterung an Natürlichkeit zunimmt. Du, Fritze, hast dir viel Mühe gegeben die Oberfläche möglichst glatt zu bekommen. Ich kann mir vorstellen, dass eine rauhe Oberfläche allein durch die Struktur der Besandung mehr Halt bietet. Allerdings waren meine Musterplatten für die Tests auch glatt.

    Dann kann der Bearbeitungszeitraum und die Aussentemperatur , eine direkte Sonneneinstrahlung, oder eine Restfeuchte des Mörtels, der verwendete Tiefengrund etc. Einfluss auf die Haftwirkung des Topcoats nehmen. Es gibt also eine Vielzahl von Variablen.

    Was kann man machen?

    Zunächst werde ich die Empfehlungen ändern. Ich hatte ohnehin vor, aus Kostengründen und zur Arbeitserleichterung die Besandung nur für den Aussenbereich vorzuschlagen und das Topcoat als (eingefärbt oder transparent) als Schutzanstrich ohne Besandung im Becken. Das Topcoat selbst ist flexibel genug, das es Materialausdehnungen des Untergrundes mitmacht.

    Für die Beschichtung werde ich noch ein anderes PU Harz anbieten. Dies ist viskoser, klebriger und bindet langsamer ab. Das sollte insbesondere bei wärmeren Verarbeitungstemperturen von Vorteil sein. Dieses Harz ist dann auch gut für Reparaturarbeiten geeignet. Der Endpreis ist zwar höher, aber das relativiert sich wieder, wenn man es nur für die besandeten Aussenflächen einsetzt.

    Ich habe zwei Harze in der engeren Auswahl und werde am Montag klären, welches besser geeignet ist. Fritze kannst du mir vielleicht den Kontaktdaten mailen. Ich würde dich gerne zu diesem Thema anrufen. Vielleicht können wir die Ursachen im Gespräch noch etwas besser eingrenzen und die besten Reparaturmöglichkeiten ausloten.

  • Nach ein paar Telefonaten scheint sich eine Ursache für das stellenweise Lösen der Besandung herauszukristallisieren. Das wasserbasierende Topcoat trocknet relativ schnell, wenn die Außentemperatur hoch und der Untergrund aufgeheizt ist. Dadurch, so die Vermutung, kann es zu einer Verminderung der Klebekraft kommen. Normalerweise würde das nicht auffallen, aber bei Frost kann es zu unterschiedlichen Materialausdehnungen kommen, sodass sich die besandete Schicht vom Untergrund löst. Das ist zumindest eine logische Erklärung.

    Nun haben wir nicht jedes Jahr mit extremen Wetterlagen im Winter zu kämpfen, aber man kann sie auch nicht ausschließen. Das Topcoat als ein Mittel für alle Aufgaben ist sicher ein schöner Ansatz, aber ich werde das Sortiment noch weiter ausbauen und zusätzliche Spezialmaterialien anbieten, damit man zusätzliche Wahlmöglichkeiten hat.

    Ich habe jetzt für die Besandung ein neues PU Bindemittel bestellt. Es wird auch für die Herstellung von Steinteppichen verwendet. Es ist lösemittelbasierend und härtet langsamer aus. Dadurch kann es sich besser mit dem Untergrund verbinden. Ausserdem ist die Konsistenz klebriger.

    Das Mittel ist vollkompatibel zu dem Topcoat. Man könnte jetzt z.B. die Unterwasserflächen mit eingefärbten Topcoat versiegeln und für den Teichrand, Kunstfelsen und sonstige Aussenanwendungen nimmt man das PU-Bindemittel. Es ist etwas teurer, aber man muß ja nicht das gesamte Becken damit behandeln. Ich habe meine eigenen Tests mit dem Mittel schon vor etwas längerer Zeit abgeschlossen, aber Fritze und Andreas werden zusätzlich eigene Tests durchführen.

    Hier ein paar Eckdaten:

    • transparente, aliphatische Polyurethan-Flüssig-Membran
    • ausgezeichntete Wetter- und UV Beständigkeit
    • bleibt bis -40° elastisch
    • Verarbeitungstemperatur 5-35°

    Wer wie bisher nur mit dem Topcoat arbeiten möchte, sollte die Aussentemperaturen im Blick behalten und nicht bei heißem Wetter besanden. Soweit die neuen Erkenntnisse.

  • Finde ich den alternativ angesprochenen "PU-bindemittel Artikel " schon in ihrem Shop - oder habe ich da was falsch verstanden?

    Wie verhält es sich bei dem alternativmaterial mit der chlorverträglichkeit?

  • Ich habe das Material bereits bestellt und auch vorher getestet. Fritze und Andreas werden auch nochmal eigene Tests durchführen. Bei ihnen wird das Mittel Anfang der Woche eintreffen.

    Hier geht es aber in erster Linie um die Verarbeitung auch im Vergleich zum Topcoat welches natürlich weiterhin im Sortiment bleibt.

    Auf den nächsten harten Wintereinbruch können wir nicht warten. Nach den ersten allgemeinen Erfahrungen kann man die Vorgehensweisen und deren Grenzen besser spezifizieren.

    Laut Datenblatt hat ist das PU Bindemittel eine gute chemische Beständigkeit und keine Beeinträchtigung gegenüber Chlorite. Anders als das wasserbasierende PU gibt es diese Variante schon lange und wird ua. für Poolumrandungen auf Basis von Natursteinteppichen verwendet.

    Im Shop wird das PU so gegen Anfang April zu finden sein.

  • Nach Rücksprache könnte es eine mögliche Erklärung geben, warum sich das Topcoat an einigen Stellen nicht richtig mit dem Untergrund verbunden hat. Wir hatten im letzten Jahr einige sehr heiße Tage. Wenn der sich der Mörtel aufgeheizt hat und eine starke Sonneneinstrahlung dazukommt, trocknet das wasserbasierende Topcoat sehr schnell und kann sich möglicherweise nicht richtig mit dem Mörtel verbinden. Fritze hatte mit einer Rolle statt mit einem Pinsel gearbeitet. Dadurch wird die Schicht sehr dünn und trocknet noch schneller. Man erreicht zwar durch den Aufbau mehrerer Schichten eine optisch geschlossene Oberfläche, aber auf die Grundhaftung hat dies keinen Einfluss.

    Das wäre zumindest eine Erklärung, warum ich auch bei mir zwei lose Stellen gefunden habe, die aber ausserhalb der Wasserlinie liegen.

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